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celineundwolle02
Cover die kleine mail

Vorwort


Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Erlebnis mit anderen Menschen teilen möchte – eine Zeit in der meine kleine Welt, wie eine Seifenblase einfach zerplatzte.
Jene Zeit, in der ich beschloss, endlich auf die Reise zu gehen und etwas zu suchen, was ich
nie gefunden hatte zuvor. Also lies ich mich auf das große Abenteuer ein, sie finden zu wollen:
„Die große Liebe via Internet.“ Ob es mir gelungen ist und was ich alles so erlebt habe?
Begleiten Sie mich auf meiner langen Reise. Sie werden schmunzeln, die Stirne runzeln, mit mir zittern undauch lachen aber etwas werden Sie nicht haben-
LANGEWEILE!!!

Das verspricht Ihnen Celine

Neuland

Da saß ich also nun vor meinem
PC, den ich mir aus arbeitstechnischen Gründen angeschafft hatte.
Ich hatte von Kollegen und Kolleginnen schon viel gehört was im Internet so alles möglich ist.
Das Herz klopfte mir bis zum Hals als ich
mich bei meinem Provider einwählte,
das Modem gab komische Geräusche von sich und dann begrüßte mich eine nette Stimme: „Willkommen, sie haben Post!“
Nun war ich also endlich einer von ihnen.
Ein Mensch der versuchte das Internet zu erobern.
Na ja, fremd war das alles für mich und ich überlegte wie das wohl funktionieren würde
das chatten und wo und wie würde ich einen Chat finden.
Tausend Dinge schossen mir durch den Kopf, während ich aufstand um noch einmal nach meinen Kindern zu sehen, die im Nebenzimmer friedlich schliefen.
Grübelnd stand ich vor den beiden Bettchen.
Erinnerungen kamen hoch und mir war plötzlich furchtbar kalt.
Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.
Jetzt sollte alles besser werden beschloss ich
und macht leise die Tür zu, fest entschlossen
diese mir noch fremde Welt zu erobern.
Als erstes verlangte man von mir, dass ich mir einen Screennamen zulegen sollte – damit man mich nicht erkennt.
Ja, dass leuchtete mir ein – irgendwie nur
wie sollte ich mich nennen? Meine Lieblingsblume ist das Gänseblümchen was ich dann auch sehr selbstbewusst eintippte.
Na ja, nur Gänseblümchen 2687, so wollte
man mich dann nennen, wollte ich dann doch nicht heißen.
Ach ich weiß gar nicht mehr, was ich alles ausprobiert habe, Lieblingstiere, Opern, und vieles mehr, alles war bereits zigtausendmal vergeben! Also Kekskrümel wäre frei gewesen aber das erschien mir einfach zu doof. Nach weiteren vergeblichen Versuchen auch mit Schlumpfinchen usw.
beschloss ich doch lieber ein Kekskrümel zu sein.
Na ja dann habe ich ordnungsgemäß ein Profil angelegt weil ich ja doch gefunden
werden wollte, und dann ging es auf die Suche nach einem Chatraum.
Da war guter Rat teuer. Nach langen Telefonaten und guten Ratschlägen war ich
dann schlauer und nun konnte mein Abenteuer beginnen.
Wenn ich geahnt hätte was mich alles erwartete.
Es war der Beginn einer aufregenden Zeit
an die ich oft kopfschüttelnd aber auch lächelnd zurückdenke.
Mein allererster Erfolg

Chatten, dass heißt erst einmal Glück zu haben in einen Raum hineinzukommen wenn man ihn denn gefunden hat. Das ist gar nicht so einfach denn meistens sind die guten Kontakträume überfüllt und man landet in Ersatzräumen oder wie man das nennt.
Hallo Süße bist du neu und ach Frischfleisch
Mit solchen Worten wurde ich begeistert aufgenommen und so schnell diese Begrüßungen zu lesen waren so schnell waren sie dann auch wieder weg.
Menno, so schnell konnte man gar nicht antworten und wer war wo und wer schrieb was ich kam da kaum mit dem Schreiben hinterher. Wohl fühlte ich mich auch nicht in meiner Haut – das war nicht meine Welt.
Es war mir alles zu stressig und ich verstand meine Freundinnen nicht mehr die mir das alles so schillernd erzählt hatten.
Alles war so unübersichtlich bis ich plötzlich ein Telegramm bekam. Das sind so kleine weiße Fenster wo dann nette Worte drin stehen, wenn man Glück hat.
Ich hatte Glück und mein Glück hieß für die nächsten Wochen IDEFIX und wohnte in Köln. Er war das erste Internetwesen was mich erreichte.
Idefix hieß mit richtigem Namen eigentlich Walter und war nach seinen Angaben und
nach seinem Profil ein allein erziehender Papa den seine Ehefrau samt Baby einfach sitzengelassen hatte.
Da schlug mein Mutterherz aber energisch Alarm. Der arme Mann und das arme kleine Würmchen. Na ja und weil mir chatten keinen Spaß machte und ihm auch nicht haben wir dann Telefonnummern ausgetauscht. Es dauerte wirklich keine 5 Minuten bis das Telefon klingelte.
Eine sehr weiche sonore Männerstimme war da zu hören und da ich sehr stimmempfindlich bin, entschied ich , dass diese Stimme einem sehr netten Mann gehören musste.
Walter schien froh zu sein sich mal seinen ganzen Kummer von der Seele reden zu können und ich hörte geduldig zu.
Nach seiner Erzählung hatte er ein Monster zur Frau die nie ein Kind wollte und einfach auf und davon war. Das Haus mit 8 Zimmern bewohnte er nun als selbständiger Handwerker ganz alleine und versorgte nebenbei noch den kleinen Sohn. Da wäre ich ihm sehr willkommen gestand er mir nach nur zwei Stunden und meine Kinder hätten einen Superpapa wenn ich nur eine Supermama sein wolle. Natürlich müsste ich ziemlich schnell umziehen in sein Kölner Haus während er nebenbei seine Scheidung erledigen würde. „Oh bist du aber schnell“, sagte ich und erklärte ihm erst einmal, dass
wir uns doch gar nicht kennen würden und ich so schnell von Berlin nicht weg könne.
Er meinte ich sollte mal über alles nachdenken und er wolle sich nach eine Mütze Schlaf wieder bei mir melden.
Ja, eine Mütze Schlaf die brauchte ich dringend denn zwei Stunden später wollte mein Wecker klingeln.
Wow, das war eine anstrengende Nacht gewesen und während ich gähnend mein Bett aufsuchte fiel mir auf, dass Idefix mich kaum zu Wort hatte kommen lassen.
Ja so sind sie diese Männer war meine Erkenntnis auch im Internet sind sie immer sich selbst am nächsten.
Geweckt wurde ich allerdings nicht vom Klingeln meines Weckers, nein es war das Telefon wo mir Idefix am anderen Ende frisch und munter einen guten Morgen wünschte. Komplimente pur auf nüchternen Magen und dass er die ganze Nacht von mir geträumt hätte……..
Verwundert schüttelte ich den Kopf denn
das war mehr als komisch oder hatte ich vielleicht einen langsameren Schlaf als er?
Wie dem auch war, ich musste in den Tag starten und wie ich gestartet bin – mit einem
Lächeln. Erstaunt stellte ich fest, dass ich das wirklich noch oder wieder konnte – lächeln – während ich mich den ganzen Tag auf den Abend freute...................