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Die Verabredung
Sie freut sich wie ein kleines Kind während sie sich schön macht für IHN , ihren Liebsten. Ein Lächeln umspielt die Lippen der kleinen zierlichen Greisin, gehüllt in ein viel zu schwarzes Kleid welches Enkel und Kinder ihr befohlen zu tragen.
Schwarz, diese Farbe mag er nicht murmelt sie vor sich hin, öffnet nestelnd den dicken Haarknoten der die lange silberne Haarpracht nach langem Mühen endlich freigibt. Zitternd gehen faltige Hände auf Suche nach der Bernsteinkette welche er ihr geschenkt.
Ein Hauch Tosca aus jenem Flakon den Er ihr zum letzten Weihnachtsfest schenkte. Sie hütet es wie einen Augapfel heute Abend jedoch will sie begehrenswert sein, ganz die Frau die er so liebt.
Mit weinroten Kerzen in der Hand öffnet sie mit laut pochendem Herzen endlich die Tür. Jene Tür zu jenem Raum der Zärtlichkeit durchflutet ein ganzes glückliches Eheleben widerspiegelt.
Wortlos fallen sie sich in die Arme, gestammelte Liebesschwüre, nur unterbrochen von der Wanduhr die Zwölfmahl schlägt so wie sie es bei jedem Treffen der beiden macht.
Sie lächelt ihn an und sagt: „Du hast dich nicht verändert, seit ich dich das letzte Mal sah“ und ihr Blick wandert zu dem Foto an der Wand welches eine schwarze Schleife ziert.
© Celine Rosenkind
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