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Mein Hobby, das Schreiben hat seine Wurzeln in meiner Kindheit. Schreiben hat mich am Leben gehalten, es war meine Therapie um Gewalt, Missbrauch und die Folgen daraus zu verarbeiten. Mein bester Freund und “Vater” auf dieser Erde, war mein Pflegevater der zugleich auch mein Großvater gewesen ist. Ihm hab ich alles zu verdanken.

meine_einschulung

Mein Herzenswunsch

Ich war noch ein richtiger Grünschnabel als ich meinem
Großvater erklärte, einmal Bücher schreiben zu wollen.
Es war in jener Zeit, in der ich anfing, die Schönheit der Sprache
und der Gedanken, die in einem Buch niedergelegt waren,
zu verstehen und zu bewundern.
Bücher waren meine besten Freunde und ich thronte stundenlang in
meiner Hängematte, zwischen meinen Lieblingsbäumen.
Es faszinierte mich, was man mithilfe eines Buches, machen konnte.
Ich konnte für ein paar Stunden am Tag verreisen, es kostete mich nur
ein paar Schritte zu Großvaters Bücherschrank.
Nur etwas wusste ich damals noch nicht. Worin das Wesen des Schreibens besteht.
Eines Tages setzte ich mich an den Schreibtisch und wollte eine Geschichte schreiben.
Aber egal wie ich es auch anfing, mir wollte einfach nichts Rechtes einfallen.
Es gelang mir nichts, auch wenn ich meine Fantasie noch sehr bemühte.
Da fing ich an zu begreifen, dass man so keine Bücher schreiben kann.

Als meine Großeltern vom Feld nach Hause kamen, fanden sie eine verheulte Silvia
in einem Papierberg mit angefangenen Kritzeleien.
Ich erklärte traurig, dass ich nun doch keine Bücher schreiben würde, weil ich das nicht könne.
Großvater nahm mich an die Hand, um mit mir einen Abendspaziergang zu machen.
Er führte mich durch unser kleines Ländchen hinter dem Garten und bat mich, ihm zu erzählen, was ich sah.

Vor uns jagte mein Dackel Bärbel unserer Katze hinterher.

Sicher ich habe meinem Großvater vieles erzählt an jenem Abend. Wir bewunderten zusammen die Wiesenblumen, sahen den bunten Schmetterlingen hinterher und spielten unser
berühmtes „Was wäre Wenn“ Spiel. Wir sahen auf unserer Lieblingsbank die Sonne langsam untergehen und sagten uns dabei das Wetter für den kommenden Tag voraus.

Zu Hause angekommen zündete sich Großvater seine Pfeife an. Das tat er immer, wenn er mit sich und der Welt zufrieden war.

Er erklärte mir, dass es Menschen gäbe, die sich Dinge einfach ausdenken können, um sie dann aufzuschreiben. Das Ausdenken nicht meine Stärke war, hatte ich ja an jenem Nachmittag begriffen.
Der nächste Satz ließ mich aufhorchen.
Wie wichtig es sei, aus erlebten Dingen mit Wörtern Bilder zu malen.
Das, meinte mein Großvater, sei es doch auch wert, in Bücher geschrieben zu werden.

An jenem Abend wurde z. B. unser erstes gemeinsames Gedicht geschrieben, in dem es um den Doktor Wald geht. Die Taunuswälder und der Wortschatz meiner Großeltern wurden meine Basis, die Welt um mich herumzusehen und darüber zu schreiben.
Wer mit einem klaren Blick und offenen Herzen durchs Leben geht, der kann die schönsten Geschichten erleben. Er darf sie in seiner Seele davon tragen, um sie dann in Buchstaben aufs Papier zu bringen, um ihnen Leben einzuhauchen. Das alleine macht doch einen Schreiberling wirklich aus oder? Es müssen ja nicht dicke Bücher sein. Aber etwas weitergeben zu können was anderen Menschen Freude bereitet, das macht einen Heidenspaß nicht wahr.
Daran muss ich immer denken, wenn ich an meinen Arbeiten sitze oder mich auf Lesungen vorbereite.
Großvater ist immer gegenwärtig und vor meinem geistigen Auge, sehe ich ihn genüsslich Pfeife rauchend in seinem alten Lehnstuhl sitzen, während er mir zublinzelt.

Wisst Ihr, er fehlt mir so sehr......

© Celine Rosenkind (alias Silvia Glorius)

 

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