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Beten
Meistens bete ich ganz leise Still im Herzenskämmerlein, Send den Kummer auf die Reise Aber auch das Dankbar sein
Es gibt manche schweren Tage Die ich nicht verstehen mag, Wenn ich sie zum Herrgott trage, Hör ich manchen guten Rat.
Mag es nicht das Herden beten Wie man es vorschreiben will, Nein das ist kein innig reden Darum schweig ich lieber still.
Die Natur ist meine Kirche, Vogelsang der schönste Chor Zwischen Hase, Reh und Hirsche Kehr mein Innerstes hervor!
© Celine Rosenkind
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Die Kirchgängerin
Pünktlich Sonntags um halb zehn sah ich sie zur Kirche gehen, eingehüllt in schwarz ganz züchtig, denn sie nahm die Kirche wichtig.
Mit großen Augen und einem Lächeln kam sie oft auch an mir vorbei, ich grüßte sie leise fast ehrerbietig doch sie sah durch mich hindurch, so, als ob ich ein niemand sei.
Klein kam ich mir vor und ich fragte mich: “Hat sie unseren Gott lieber als ich?“ In der Kirche da saß sie in der Reihe ganz vorn, damit ihr kein Wort der Predigt ginge verlorn.
Ja, so erlebte ich sie an heiligen Tagen glaubte fest, sie würde viel Liebe in sich tragen, doch eines Tages da wurde mir klar, dass alles nur Maskerade war.
Es war im Sommer, im Schlussverkauf ich ging durch ein Kaufhaus, sah die Menschen im Rausch, mit Gier in den Augen auf Schnäppchenjagd, die wohl keiner verpassen mag.
Auch ich stand am Wühltisch und fand dort ein Stück doch plötzlich zog jemand dran, riss es wieder zurück! Erstaunt sah ich auf wollte höflich was sagen doch da traf mich ein Blick, kaum zu ertragen, aus jenen Augen die beim Kirchgang so warm, sie riss weiter und ich zog zurück meinen Arm.
Blieb sprachlos nur stehn um sie anzuschaun, sie bebte vor Zorn, ich glaubte es kaum, versuchte vergeblich sie zu verstehen, um dann wortlos ihr den Rücken zu drehen.
An jenem Tag hab ich endlich begriffen, dass fromm aussehende Menschen nicht gut sein müssen. Im Alltag zu strahlen und gütig zu sein ist mehr wert als nur Sonntags ein Christ zu sein!
© Celine Rosenkind
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